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13.09.10

SENIOREN TANKEN LEBENSFREUDE

 

IMMER MEHR SWG-MIETER BEVORZUGEN EIN WOHNEN MIT SERVICE IM ALTER

Nie wieder ausziehen wollen Jutta und Peter Iffland aus ihrer neuen SWG-Wohnung in der Wuppertaler Straße. Fotos: Anja Bölck

Blendend verstehen sich SWG-Mieterin Käte Seehase und Kerstin Archut vom Verein Hand in Hand, die sich um den Bereich Wohnen mit Service im Alter kümmert.

Käte Seehase benimmt sich wie ein junges Mädchen. Sie kichert und streicht sich ihre Haare aus dem Gesicht, das so glatt und schier wirkt. Dass sie 82 Jahre alt ist, nimmt ihr niemand ab, nicht mal sie sich selbst. Denn im Innern könnte sie Purzelbäume schlagen. Doch so einfach geht das nicht mehr. „Man muss sich ans Altwerden gewöhnen und dazu zwingen, alles eine Spur langsamer zu machen“, sagt sie.
Kerstin Archut vom Verein Hand in Hand schaut herein und begrüßt liebevoll ihr „Kätchen“. Sie will nach dem Rechten gucken. „Was macht die Hand?“, fragt sie und schon bald schnattern sie von diesem und jenem. „Im September fahren wir zur Küsschenmanufaktur nach Grabow. Kommst du mit?“ Käte Seehase hat schon Lust, nur muss sie erst in ihren vollen Terminkalender gucken. Zwei Mal die Woche singt sie im Chor und nebenan, im SWG-Nachbarschaftszentrum Wuppertaler Straße 53, läuft auch so viel. Käte Seehase ist froh, dass sie sich für etwas entschieden hat, das die SWG seit einigen Jahren in ihren altengerecht sanierten Häusern anbietet und welches sich Wohnen mit Service im Alter nennt. Übernommen wird dieser Service, für den Bewohner eine monatliche Betreuungspauschale an den Verein Hand in Hand zahlen, von Frauen und Männern wie Kerstin Archut, die zum Verein gehören. Doch was machen die eigentlich?

Nachbarn kennenlernen

„Wir begleiten beispielsweise die Frauen und Männer zum Arzt oder machen Krankenhausbesuche“, zählt Kerstin Archut auf. Auch als Käte Seehase ihre Hand gebrochen hatte, war sie zur Stelle und brachte Milch und Brot vorbei. Gar nicht satt hören kann sich Käte Seehase an den aufmunternden Worten der Betreuer. „Im Nachbarschaftstreff hab ich auch meine Nachbarn kennen gelernt“, sagt sie. „Sonst sieht man sich ja gar nicht.“ Seit drei Jahren lebt Käte Seehase in dem farbenfrohen ehemaligen Plattenbau mit den lustigen Fahrstühlen, der sich zwischen Berliner Platz und  Zippendorfer Strand befindet. Seit 1956 lebt sie in einer SWG-Wohnung. „Mein Mann und ich haben damals die ersten Häuser in der Friesensstraße mit aufgebaut.“ Käte Seehase verliert sich in Erinnerungen. Derweil macht sich Kerstin Archut auf die Socken zum Haus gegenüber. Jutta und Peter Iffland wollen in den Urlaub fahren und bitten sie, den Briefkasten zu leeren und die Blumen zu gießen. Ifflands sind vor zwei Jahren hier eingezogen. Jutta Iffland erinnert sich: „Mein Mann hatte die Wohnung angeguckt und gesagt: ´Jutta, da ziehen wir nicht mehr aus. Die nehmen wir. Bad und Flur sind sogar mit Fenster. Als behinderte Familie kam uns dabei das Angebot Wohnen mit Service im Alter gerade Recht, da wir Hilfe brauchen.“ Das Ehepaar Iffland schwärmt, dass sie jederzeit anrufen oder vorbeischauen können. Beispielsweise, wenn sie in Behördenangelegenheiten mal nicht weiter wissen. „Im Januar, als mein Mann 14 Tage im Krankenhaus lag, war ich froh, dass Kerstin Archut für mich den Einkauf organisierte und mich jemand zum Mittagstisch brachte“, sagt Jutta Iffland. Immer mit von der Partie seien sie auch, wenn im SWG-Nachbarschaftszentrum Rommé oder Skatrunden laufen. „Und bei Ausflügen geht ohne uns der Bus meistens nicht zu.“   

Die SWG hat eine kleine Broschüre herausgebracht, in der alle Objekte und die Leistungen zum Wohnen mit Service im Alter übersichtlich dargestellt sind. Nähere Auskünfte geben gern auch Frau Preußner und Frau Griefahn unter Telefon (0385) 74 50 117 bzw. 74 50 234.    




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