
Designerin Constanze Maaß hat ihr eigenes Label „Cosmaa“ und ist dabei, die Modewelt zu erobern
Constanze Maaß ist mal wieder auf dem Sprung nach Berlin. Sie wird am Großen Designermarkt in der Alten Münze teilnehmen; hat sich dafür bewerben müssen; ist nun eine von 200 Teilnehmerinnen. Und freut sich mächtig. Denn ihr noch junges Modelabel „Cosmaa“ wird sie gleichberechtigt neben bekannten großen Firmen präsentieren können. Überhaupt bewegt sich momentan ganz viel im Leben der jungen Frau. Mit dem Label „Horn van Bö“, das Waren von Labels aus London, Paris oder New York verkauft, ist sie gerade eine Kooperation eingegangen. Und für ein großes Berliner Label, dessen Name noch ungenannt bleiben soll, wird sie für die Kollektion des nächsten Winters neun Prototypen für die industrielle Fertigung entwickeln.
Selbstbewusst sitzt mir die Dunkelhaarige mit den großen Augen gegenüber, unaufgeregt gekleidet in Boots, senfgelber Röhrenjeans und schwarzem Kapuzenshirt. Wild entschlossen ist sie, die Modewelt zu erobern. Mit ihren bestrickenden Ideen, die scheinbar unaufhörlich aus ihr rauspurzeln.
Constanze Maaß verfiel als junges Mädchen der Handarbeitstechnik, die viele beherrschen und der doch die Wenigsten immer wieder neue kreative Seiten abgewinnen. Die Omi bringt ihr die ersten Kenntnisse bei; schon in ihrer Gymnasialzeit organisiert sie an ihrer Malchiner Schule erste Modenschauen und Schneiderkurse. „Ich war immer am Stricken. Es fasziniert mich, dass ich aus einem Faden einen eigenen Stoff herstellen kann“, fasst sie ihre Verzauberung in Worte. Geradlinig führt sie der Weg von ihrem Heimatdorf Zettemin bei Stavenhagen an die Schweriner Designschule. Die Ausbildung zur Modedesignerin beendet sie 2010 – mit Auszeichnung. Aus dem Hobby ist ein Beruf geworden, ja mehr noch, eine Berufung.
Mit glänzenden Augen berichtet Constanze Maaß von ihrem zweimonatigen Praktikum 2009 beim Label „pikene“ in Oslo. Bei den zwei Schnitt- und Strickdesignerinnen dort erlernt sie nicht nur das Arbeiten an der Strickmaschine, sie bekommt auch ein Gefühl für skandinavische Mode, die den Trends immer ein bisschen voraus ist, darf sogar bei der Osloer Fashion-Week ein erstes selbst gemachtes Kleid präsentieren. „Ich habe gemerkt, ich habe viel Energie für diesen Beruf, bin gut im Kontakte knüpfen und habe immer den Geld-Zeit-Faktor in meinen Produkten“, kommentiert die Gestalterin die eigenen Fähigkeiten. So ist es nur naheliegend, dass sie sich selbständig macht und im September 2010 ihr eigenes Modelabel „Cosmaa“ gründet. Erste Jacken, Kleider entstehen. Zeitlose Mode will sie kreieren, die durch besondere Details zum Hingucker wird. „Großen Wert lege ich auf das Material“, betont Constanze Maaß. Sie, die sich vor allem durch hässliche Wolle herausgefordert fühlt („Da muss ich mir besonders Gedanken machen, wie daraus etwas Schönes wird“, so ihr Kommentar.), verstrickt heute gerne Merinowolle. Die arbeite noch am Körper, wärme in der Kälte und kühle in der Hitze, erläutert sie. Und greift zur Veranschaulichung mitten hinein in den Kleiderständer.
Der steht seit ein paar Wochen direkt am Ziegenmarkt. Zusammen mit der Schmuckgestalterin Christiane Wermann und der Grafikdesignerin Nadja Bossert teilt sich Constanze Maaß das Ladengeschäft EDELZIEGE. Eine Werkstattgemeinschaft, die über ein paar Ecken zustande gekommen ist und wunderbar funktioniert. Zickenkrieg bei den Edelziegen? Davon ist hier nichts zu spüren. „Die ersten Wochen sind gut angelaufen. Nicht alle Interessierten trauen sich in unser Geschäft. Doch wir haben schon eine Reihe von Aufträgen“, resümiert Constanze Maaß. Und weitet sogleich den Blick über die EDELZIEGE hinaus. Denn die ist ein Schritt auf ihrem beruflichen Weg, nicht aber das Ziel. Zwar unterrichtet die 24-Jährige mittlerweile selbst als Dozentin an der Schweriner Designschule, doch sieht sie sich zugleich immer noch als Lernende. Bei einer Hamburger Strickgestalterin lässt sie sich derzeit letzte Kniffe an der Strickmaschine beibringen und im traditionsreichen Lüneburger Strickwarenunternehmen Lucia AG will sie unbedingt noch einmal arbeiten. „Ich will nicht stehen bleiben, will mich immer wieder darin üben, nichts so zu nehmen wie es ist“, unterstreicht Constanze Maaß und skizziert ihren Zukunfts-Traum: Eine Handstrick-Produktion entwickeln, die für große Labels in Deutschland arbeitet, vielleicht sogar weltweit. Man darf gespannt sein, wohin der Weg sie führt.
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