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15.07.10

EIN VERMÄCHTNIS WIRD IN EHREN GEHALTEN

 

Vor 20 Jahren gründete Ingrid Unthan das Schweriner Apothekenzentrum

Dirk, Ralf und Tim Unthan, geschäftsführende Gesellschafter des Schweriner Apothekenrechenzentrums, nehmen vor dem Bildnis ihrer Mutter Ingrid Unthan die Glückwünsche zum 20-jährigen Firmenjubiläum entgegen.

Der Park sowie die Räume des Hotels des Schlosses Basthorst boten einen würdigen Rahmen für die Feierlichkeiten mit mehr als 200 Gästen. Fotos: Rainer Cordes

Frau, 50 Jahre alt und in der sozialistischen Planwirtschaft ausgebildet – das sind drei Fakten, die eigentlich Grund genug sind, jemandem vom Start in die wirtschaftliche Selbstständigkeit abzuraten. Und wenn da 1990 Bedenkenträger waren, so hat Ingrid Unthan nicht auf sie gehört. Sie gründete das Schweriner Apothekenrechenzentrum als Dienstleister für die damals ersten 40 privatisierten Apotheken im ehemaligen Bezirk Schwerin. Rezeptabrechnung gesetzlich Versicherter gegenüber den Krankenkassen war und ist das Leistungsangebot.
Im Juni feierte das Schweriner Apothekenrechenzentrum (SARZ) sein 20-jähriges Bestehen im Hotel Schloss Basthorst. Und die Firmengründerin Ingrid Unthan war ständig präsent, obwohl sie 2008 nach kurzer Krankheit verstarb. In Dankbarkeit erinnern sich die drei Söhne Dirk, Ralf und Tim Unthan ihrer Mutter und führen das Unternehmen heute gemeinsam als geschäftsführende Gesellschafter. Sie hatten die heute 3.000 Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen, um gemeinsam mit den rund 70 Mitarbeitern des SARZ das Firmenjubiläum zu begehen. Viele Apotheker, Therapeuten, Ärzte und Zahnärzte sowie Geschäftspartner und Freunde waren nach Basthorst gekommen, um zu gratulieren und für die lange Zusammenarbeit zu danken.
Einer der ersten Kunden von Ingrid Unthan war der Schweriner Apotheker Wilhelm Soltau, auch über viele Jahre der Präsident der Apothekerkammer MecklenburgVorpommerns. Er erinnerte in seinem Grußwort an ihren couragierten Anfang in einer Baracke am Pappelgrund. Mit Enthusiasmus, Fleiß und fachlicher Kompetenz begann Ingrid Unthan den Aufbau ihres Unternehmens.
„Sie hat klein angefangen und hat risikobewusst aber nicht risikoscheu das Wachstum des Unternehmens betrieben,“ berichtet Ralf Unthan. Mit Hilfe ihrer Söhne, die sie zeitig in die Unternehmensleitung integrierte, erschloss sie ständig neue Geschäftsfelder, investierte in neue Technik, schuf neue Arbeitsplätze und baute so die Stellung des Unternehmens am Markt aus.
1992 wurde die erste Filiale in Berlin gegründet, 1997 mit Partnern der neue Firmensitz in Schwerin gebaut. 2004 konnte, durch Übernahme eines Mitbewerbers eine Filiale in Erfurt und 2009 eineweitere in Grimma errichtet werden. So können heute schnell und zuverlässig täglich tausende Rezepte, Verordnungen und andere Verwaltungsvorgänge für die Kunden bearbeitet werden. „Wir rechnen jährlich 7,3 Millionen Verordnungen mit einem Gesamtwert von 720 Mio.Euro an die Krankenkassen ab. Die Patienten unserer Kunden bemerken von unserer Dienstleistung nichts. Unsere Kunden können sich noch intensiver der Heilfürsorge gegenüber ihren Patienten widmen, da sie sich nicht mit der Patientenabrechnung belasten müssen,“ erläutert Dirk Unthan.
Damit hat sich das Schweriner Apothekenrechenzentrum im Laufe der 20 Jahre nicht nur am Markt behauptet, sondern seine Stellung weiter ausgebaut. „Das betrachten wir auch als unsere wichtigste Aufgabe in den nächsten Jahren. Dabei wollen wir weiter die für ein Familienunternehmen typische Kundennähe bewahren,“ versichert Tim Unthan und betonte: „Unseren Erfolg verdanken wir demVertrauen unserer Kunden in unsere Leistungen sowie dem permanenten Einsatz unserer Mitarbeiter.“ Ralf Unthan bedankte sich vor den Gästen bei den Mitarbeitern: „Letztlich sind sie es, die den Erfolg ermöglichen, sie setzen um, was die Geschäftsführung sich für die Firma vornimmt.
Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs, und wir danken ihnen herzlich.“ Ingrid Unthan vergaß jedoch auch die soziale Verantwortung eines erfolgreichen Unternehmers nicht. So engagierte sie sich im KIWANIS Club zu Schwerin, in dem der Autor sie als liebenswerte engagierte Freundin kennenlernte.Als Mitglied dieses Clubs beteiligte sie sich aktiv an zahlreichen Charity-Aktionen, mit denen bedürftigen Kindern in Schwerin und Umgebung unbürokratische und nützliche Hilfe gegeben werden konnte. Mit Spenden unterstützt das Unternehmen zum Beispiel das Mecklenburgische Staatstheater und Kinderheime.
Ihre Söhne setzen dieses soziale Engagement im Sinne der Mutter fort. Der Firmengeburtstag wurde von ihnen zum Anlass genommen, zur Aktion „spenden statt schenken“ aufzurufen. Auf ein zu diesemZweck eingerichteten Spendenkonto wurden, statt Blumen und Geschenken, Zuwendungen für den Verein Rosenhospiz erbeten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein Hospiz für todkranke Kinder und Jugendliche in Schwerin zu errichten.




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