
Frau Scholz, Sie kommen aus Rom – was hat Sie nach Schwerin verschlagen?
Ich kam durch die Arbeit meines Mannes hierher, als er noch bei der Schweriner Schlossbrauerei tätig war. Schon als ich gleich nach der Wende mit einer Studienreise zum ersten Mal nach Schwerin kam, fand ich die Stadt sehr interessant und attraktiv. Hier, hatte ich mir gedacht, könnte ich mir vorstellen zu leben. Jetzt ist Schwerin meine zweite Heimat, ich arbeite hier, habe Freunde und Bekannte, werde als „Exot“ akzeptiert. Viele Menschen, die regelmäßig ihren Urlaub in Italien verbringen, haben bei mir italienisch gelernt und sind heute noch in Sprachkursen dabei.
Wenn man mich fragt, ob ich später mal nach Italien zurück möchte, antworte ich nein, ich bin jetzt hier zu Hause, hier fühle ich mich wohl. In Italien bei der Familie bin ich trotzdem mehrmals im Jahr und auch in unserem schönen Ferienhaus an der römischen Küste, das wir im Frühjahr und Herbst hauptsächlich an deutsche Gäste vermieten.
Gibt es einen guten Italiener in Schwerin?
Im Restaurant Casagrande bei Valerio kann man in gemütlicher Atmosphäre sehr gut essen, Antonio am Großen Moor bietet hat hervorragendes Eis, aber auch eine einwandfreie italienische Küche für diejenigen, die ihn für besondere Anlässe bestellen.
Wenn Sie in Ihrer Heimat Urlaub machen, was bringen Sie sich mit?
Ein großes Stück Parmesankäse ist immer dabei, egal wie wenig Platz noch im Koffer ist. Heute kann man zwar überall alles kaufen, aber direkt aus Italien ist eben was anderes.
Ein neues italienisches Buch kaufe ich mir meistens auch. Egal wie anstrengend der Tag war, vor dem Einschlafen lese ich immer ein paar Zeilen auf Italienisch.
Drei Dinge, die Ihnen als erstes zu Schwerin und Mecklenburg einfallen!
Natur, Weiträumigkeit, Ruhe. Überall sind Seen, Wälder, Felder, so weit das Auge reicht. Die Natur wird geschützt, selbst auf dem Weg zur Arbeit kann man Wasservögel und andere Tiere beobachten – das ist in anderen Regionen nicht selbstverständlich. Sehr schön sind auch die vielen Fahrradwege; längere Touren gefahrenfrei zu fahren ist kein Problem, auch mit den Kindern. Das klappt zum Beispiel in Italien noch nicht so. Und an der Ostsee gibt es noch idyllische Orte, an denen man sich entspannen kann. Ich liebe Strandpromenaden!
Haben Sie einen Lieblingsplatz in der Stadt?
Der Schlossgarten ist mein Lieblingsplatz Nr. 1, eine Oase mitten in der Stadt, die an sich ja gar nicht so hektisch ist. Ich liebe den Blick auf den See und alles drum herum, insbesondere die reetdachgedeckten Bootshäuser, und die schlichte und elegante Architektur der Gebäude, die der Stadt den Gesamteindruck von Zeitlosigkeit geben.
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