
Köpfe aus Schwerin
Frau Schmidt, Sie erhielten im Oktober in Dresden den Fair-Play-Preis des Deutschen Sports, verliehen vom Bundesministerium des Innern und dem Deutschen olympischen Sportbund. Woraus resultiert Ihr doch sehr persönliches Engagement?
Als 1992 die ersten Steine auf ausländische Mitbürger in Rostock-Lichtenhagen fielen, konnte ich es nicht glauben. Kaum hatten wir ein Extrem hinter uns gebracht, da bricht das nächste über uns herein? Dagegen wollte ich etwas tun und gründete mit meinem Verein, dem Schweriner SC Breitensport (damals noch ausschließlich Fußball), das heute noch bestehende internationale Jugendfußballturnier unter dem Motto „We all can be friends - die Fußballer des Schweriner SC gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“.
Wie haben Sie die Preisverleihung erlebt?
In einem würdigen Rahmen natürlich mit einer sehr berührenden Laudatio für mich, gehalten von Rosi Mittermaier. Und wenn man ein paar Tage später von höchster Stelle gesagt bekommt, man sei die Kandidatin der Herzen gewesen, ist das fast eine doppelte „Preisverleihung“, oder? Natürlich konnte ich an diesem Abend auch sehr wichtige Kontakte knüpfen.
In diesem Jahr organisierten Sie die Sternenfahrt nach Schwerin, bei der unter anderem die Spieler von Werder Bremen und Hansa Rostock zu Gast waren. Welche Pläne haben Sie für das kommende Jahr?
Bereits im Februar 2012 wird wieder das bereits erwähnte internationale Jugendturnier stattfinden. Wir werden ein großes Fußballfest daraus machen, denn wir begehen das 20-jährige Gründungsjubiläum. Dazu bitte ich um breite Unterstützung. Und schon im Juni 2012 gibt es einen weiteren Höhepunkt, aber bleiben Sie ruhig schön neugierig.
Was wünschen Sie sich persönlich für Schwerin?
Dass es wirklich allen Menschen in dieser Stadt gut geht, aber besonders den Kindern.
Sie engagieren sich uneigennützig und zeitintensiv. Wie viel Zeit bleibt Ihnen für eigene Freizeitaktivitäten und welche wären das?
Was ich tue, sind ja Freizeitaktivitäten, die ich auch noch in meiner Lieblingssportart Fußball ausleben darf. Priorität hat aber immer meine Familie. Wenn andere Dinge einmal wichtiger werden sollten, dann läuft etwas falsch in meinem Leben. Und wenn ich ab und zu noch Zeit finde für einen gepflegten Skatabend, dann bin ich schon zufrieden.
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