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17.03.17

Harte Schale, weicher Kern

Was so alles Gutes in der Auster steckt – und was leider doch nicht

Frische Austern sind gesund und schmackhaft. Foto: Jag_cz, Fotolia

Als Königin unter den Muscheln wird die Auster hofiert. Über die kulinarische Eleganz hinaus wird ihr eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Die soll sich schon der legendäre Frauenheld Casanova zunutze gemacht und jeden Morgen rund 50 Austern gefrühstückt haben.
Doch schon lange vor ihm wurde die Auster als kulinarisches Highlight verehrt: Im alten Rom durfte sie der Überlieferung nach bei keiner „cena“ fehlen – so wurde im Imperium Romanum die Hauptmahlzeit genannt, welche die Reichen und Mächtigen am späteren Nachmittag zu sich nahmen. Dabei kamen als zweite Nachspeise in der Regel Muscheln, vor allem eben Austern, auf die Tafel.

Schon die Griechen schätzten die Auster als Leckerbissen, doch bei den Römern erlangte das Meerestier eine solche Beliebtheit, dass die ers­ten Austernparks angelegt wurden. Als auch diese der Nachfrage nicht mehr Herr werden konnten, importierten die Römer Austern aus ihren Kolonien, besonders aus der Bretagne und Britannien. Bemerkenswert in dem Zusammenhang, dass die damaligen Austernhändler bereits in der Lage gewesen sein müssen, ihre Ware so zu verpacken, dass sie den Transport frisch und unverdorben überstand. Das war wichtig, denn verdorbene Muscheln oder Austern hatten auch zu jener Zeit eine verheerende Wirkung.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte fand die Auster nicht nur immer wieder ihren Weg auf die Zungen der Gourmets, sondern auch Eingang in Malerei und Literatur. Dabei nützte ihr zweifellos ihr Ruf als Aphrodisiakum, als lustfördernde Kostbarkeit des Meeres. Allerdings ist diese Wirkung wissenschaftlich nicht belegt.

Gesichert ist dagegen, dass Austern ausgesprochen gesund sind. Einigen Untersuchungen zufolge sollen sie einen ähnlich hohen Nährstoffgehalt aufweisen wie Muttermilch. Belegt ist auch, dass 100 Gramm Austernfleisch nur rund 62 Kalorien aufweisen, 1,2 Gramm Fett, 8,6 Gramm Eiweiß und 3 Gramm Kohlenhydrate. Außerdem enthält das Muskelfleisch des Meerestiers die Vitamine A, B und D sowie Zink, Jod, Kalzium und Magnesium. Das macht die Auster zu einer sehr figurverträglichen Delikatesse. Allerdings ist es wegen des Cholesterins in den Austern nicht ratsam, bis zu 400 der Schalentiere pro Tag zu schlürfen, wie es dem Sonnenkönig Ludwig XIV. nachgesagt wurde.




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