
Bei Segelmacher Christian Zabre dreht sich alles rund um Boote
Stoffbahnen türmen sich in der Werkstatt. Auf einer riesigen tischhohen Arbeitsfläche ist eine gewaltige Bahn aus Segeltuch ausgerollt. Vier Nähmaschinen sind aufgebaut und harren den kommenden Aufgaben.
In Wickendorf betreiben Christine und Christian Zabre schon seit 1989 eine Segelmacherei. „Damals haben wir eine Beschäftigung für meine Frau gesucht und uns für dieses Gewerk entschieden“, erzählt Christian Zabre heute. Selbst begeisterter Segler stieg er in den neunziger Jahren dann mit in den kleinen Familienbetrieb ein. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Der eigene Katamaran ist immer bereit, nur die Zeit fehlt für ausgedehnte Segeltouren. „Im Sommer ist in diesem Beruf natürlich Hochsaison“, so Zabre. Neben der Segelmacherei betreiben die Zabres auch noch einen Skippershop im Großen Moor.
In der Werkstatt in der Carlshöhe repariert er Segel, stellt Planen und Verdecke für Boote her. Richtig viel zu tun gab es nach der Wende. „Zu der Zeit lagen 6.000 Schiffe auf dem Schweriner See. Davon waren allein schon ungefähr 1.000 Segelboote, die fast durchgängig auf Vordermann gebracht werden mussten.
„Segel selbst stellen wir nicht her, aber für Reparaturen sind wir natürlich zur Stelle. Persennings werden von uns selbst angefertigt“, erklärt Zabre. Dabei werden entweder Acrylstoffe oder Planen aus Baumwollmischgewebe verarbeitet. „Jedes Boot ist anders, deswegen handelt es sich immer um Einzelanfertigungen.“ Bei jedem Auftrag muss Christian Zabre den Einsatzort persönlich in Augenschein nehmen. „Wenn ich ein Verdeck herstelle, muss ich vier bis fünf mal aufs Boot, damit alles auch perfekt passt.“
Für das Handwerk des Segelmachers muss man nähen können. „Das allein reicht aber nicht. Geometrisches Verständnis und mathematische Fähigkeiten sind unabdingbar. Das fängt beim Flächenmessen an und hört beim optimalen Zuschneiden des Materials auf“, erzählt Zabre.
Sorgfalt und Genauigkeit seien die Tugenden, die mit diesem Beruf, so Zabre, fest verbunden sind. „Beispielsweise die Haltbarkeit eines Verdecks ist nicht unbedingt eine Frage des Materials, sondern der Verarbeitung.“ Die älteste Persenning aus seiner Produktion ist inzwischen 20 Jahre alt.
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